Ab der 6. Klasse laden wir (etwa halbjährlich) ein zu Orientierungs-Wochenenden, an denen wir uns mit unserem Glauben auseinandersetzen.
Im Jahr der Firmung nehmen die Firmbewerber am Firmkurs teil.
Und nach der Firmung ist noch lange nicht Schluss: Halbjährlich laden wir zu Dranbleiben-Wochenenden ein, um den Glauben zu klären und zu vertiefen.
Die folgenden Zeilen erläutern unser Firmkonzept:
Seit Jahren beschäftigen wir uns in unserer Pfarrgemeinde mit dem Sakrament der Firmung: mit dem Sinn dieses Sakraments, seinem Anspruch an die, die es empfangen, mit den Möglichkeiten einer Hinführung. Elternabende zu diesem Thema brachten manches Missverständnis zum Vorschein. Häufig war auch die Weigerung von Eltern festzustellen, den Tatsachen ins Auge zu sehen: Viele Jugendliche haben kaum eine erkennbare Beziehung zum Glauben und zur Kirche. Die folgende Darstellung soll allen helfen, die mit dem Thema Firmung befasst sind: den Jugendlichen im "Firmalter" und ihren Eltern ebenso wie den Gemeindemitgliedern, denen ein verantwortlicher Umgang mit den Sakramenten in unserer Gemeinde am Herzen liegt.
| In unserer kirchlichen Situation wird man in der Regel als Säugling getauft. Die Entscheidung dazu kommt naturgemäß nicht vom Täufling selbst, sondern von den Eltern. Auf deren Glaubensbekenntnis hin empfängt das Kind die Taufe. Sie versprechen: "Wir erklären uns dazu bereit, unser Kind im Glauben zu erziehen. Es soll Gott und den Nächsten lieben lernen, wie Christus es uns vorgelebt hat" (aus dem Ritus der Kindertaufe). |
Die Taufe verlangt freilich später einmal nach der Entscheidung des Getauften selbst. Aus der Taufe nach dem Willen der Eltern muss ein Getauftsein in persönlicher Entscheidung für den christlichen Glauben werden.
Die Taufe ist ein Bekenntnis zur Kirche. Einerseits ist die Kirche die Gemeinschaft, deren Glauben der Getaufte annimmt. Andererseits erreicht die Kirchengliedschaft erst dann ihre volle Gestalt, wenn der Getaufte die Kirche mit seinem Glauben mitträgt. Nicht nur der Einzelne braucht die Kirche, sondern die Kirche braucht ihn als einen lebendigen Baustein. Um diese Berufung aller Getauften (das "allgemeine Priestertum" der Gläubigen) geht es beim Sakrament der Firmung. Sich dieser Berufung zu öffnen, ist Voraussetzung für eine ehrliche und würdige Feier der Firmung.
Damit ein Getaufter dem Anspruch der Firmung gerecht werden kann, ist von den deutschen Bischöfen eine Altersgrenze festgelegt worden. Ein Firmbewerber muss mindestens die sechste Klasse besuchen. "Mindestalter" bedeutet nicht "Firmalter". Es ist nicht zu erwarten, dass mit zwölf Jahren die Firmreife automatisch eintritt. Der Respekt vor der ganz persönlichen Entwicklung und Glaubensgeschichte eines jeden Getauften verbietet es, einen Zwölfjährigen selbstverständlich zu firmen und ihn ohne Rücksicht auf das Vorhandensein oder Fehlen von persönlichen Voraussetzungen zur Firmung zuzulassen. Für das Sakrament der Firmung gibt es keine obere Altersgrenze. Die Firmung ist kein "Kindersakrament", auch wenn sie gedankenlos oft so gesehen wird. Die Entscheidung für den Glauben in der Kirche kann auch später im Leben fallen - und dann wäre dies auch der richtige Zeitpunkt für die Feier der Firmung.
Es gehört zur Verantwortung einer jeden Pfarrgemeinde und besonders ihres Pfarrers, dass sie für eine ehrliche, würdige und fruchtbare Feier der Sakramente Sorge tragen. Es stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen sie für die Zulassung zur Firmung einfordern.
In unserer kirchlichen Situation muss davon ausgegangen werden, dass die Mehrzahl der Jugendlichen nach der Erstkommunion keinen lebendigen Bezug zur Kirche mehr hat. 10% ihrer Eltern feiern noch sonntags den Gottesdienst der Gemeinde mit. Eine Hilfe zum Hineinwachsen in die Kirche und zur Entfaltung ihres Glaubens haben die Kinder also in der Regel nicht zu erwarten. In den meisten Familien wird nie gebetet. Der Gebetsschatz Jugendlicher enthält oft kaum mehr als das Vaterunser. Der Gottesdienst der Kirche ist den Heranwachsenden nur in Ausnahmefällen bekannt und vertraut. Religiöses Wissen ist so gut wie nicht vorhanden. Erfahrungen mit Kirche und Gemeinde sind von den meisten Familien her nicht möglich und deshalb nicht vorhanden.
Von diesen Tatsachen her muss angenommen werden, dass die Entscheidung für ein Leben in und mit der Kirche nicht mehr selbstverständlich ist. Das zeigt sich erfahrungsgemäß auch darin, dass voraussetzungslos Gefirmte die Kirche dann lange nicht mehr von innen sehen. Aber als feierlicher Abschied von der Kirche ist die Firmung nicht gedacht - und eine entsprechende Praxis ist vom Sinn der Firmung her deshalb auch unverantwortlich.
Seit vielen Jahren bemühen wir uns um einen verantwortbaren Umgang mit dem Firmsakrament. Auf der Grundlage dieser Überlegungen gilt für unsere Pfarrgemeinde die folgende Regelung bezüglich der Firmung:
Sind jetzt alle Fragen zur Firmung geklärt? Von vier Seiten kann man das kaum erwarten. Gelegenheiten, sich mit der Firmung zu beschäftigen, sind entsprechende Abende, zu denen wir Firmbewerber und Eltern rechtzeitig im Pfarrbrief einladen. Wer darüber hinaus noch Klärungsbedarf hat, wende sich an den Pfarrer oder an die Gemeindereferentinnen. Sie sind gern zu einem Gespräch bereit.